1912-1995 (N)

Arnardo

Arne Otto Lorang Andersen

Arne Otto Lorang wurde als Sohn von Einar und Elna Andersen in Sarpsborg, an der südöstlichen Spitze von Norwegen, geboren. Sein Vater war Holzfäller. Bereits als Kind zeigte Arne Interesse am Show-Business. Mit sechs Jahren trat er im Haus seiner Grosseltern mit einem Puppenspiel auf. Mit 14 lief er von zu Hause weg und arbeitete als Stalljunge in einem Zirkus. Er liess sich zum Schlangenmenschen und Seiltänzer ausbilden und trat unter dem Namen Armido 1929 erstmals auf. Bald änderte er jedoch seinen Namen in Arnardo.

1939 wurde er Geschäftsführer des norwegischen Zirkus Berny. Diese Anstellung endete jedoch bald, als Norwegen 1940 von den Deutschen besetzt wurde und der Zirkus bis zum Ende des zweiten Weltkrieges geschlossen blieb. Arnardo arbeitete weiterhin als Akrobat und entwickelte eine Zauberdarbietung, die schliesslich zu seinem Markenzeichen wurde.

1941 heiratete er Gerd Gløgård, mit der er die zwei Kinder Arild und Wenche hatte.

Nach dem Krieg kaufte Arnardo ein Second-Hand-Zirkuszelt für 1500 Norwegische Kronen, und fing an, einen Wanderzirkus aufzubauen. Im Frühjahr 1949 gab der Zirkus Arnardo seine Uraufführung mit traditionellen Zirkusnummern. Der Star der Show war jedoch Arnardo mit seiner Zaubernummer, die den Grundstein für seinen Erfolg legte und eine jahrzehntelange Tradition begründete.

Arnardo wurde in ganz Norwegen als „Zirkus-König“ bekannt. Als idealisiertes Bild eines Zirkusdirektors wurde er zum norwegischer Medienstar. 1954 spielte er als Hauptdarsteller im Film „Cirkus Fandango“ die Rolle eines Zirkusdirektors. 1970-1971 spielte er im Nye Theater in Oslo einen Clown. Arnardo war auch Mitglied des Magischen Zirkels von Norwegen.

Am norwegischen Nationalfeiertag organisierte Anrnardo jeweils eine Zirkusparade in Ålesund, eine Tradition, die er auch noch aufrecht erhielt, als er nach mehreren Schlaganfällen nur noch im Rollstuhl daran teilnehmen konnte.

1962 veröffentlichte Arnardo seine Memoiren „Sirkusliv“ (Zirkusleben). Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er 1970 Eva Sørensen.

1973 wurde ihm eine königliche Verdienstmedaille verliehen, 1985 wurde auf Utsiktsveien in Alvim, Sarpsborg eine Büste von ihm enthüllt, 1988 wurde er zum Ritter des Königlichen Norwegischen Ordens des heiligen Olaf erster Klasse ernannt.

Arnardos Sohn Arnild, ein Seiltänzer, übernahm nach und nach die Leitung des Zikrus Arnardo. Mit seiner Tochter, einer talentierten Reiterin und seinem Sohn, der in die Fussstapfen seines Grossvaters trat und Zauberkünstler wurde, führte er die Tradition des Zirkus Arnardo weiter.

Trotz seiner angegriffenen Gesundheit lebte Arnardo weiterhin in seinem Wohnwagen und reiste mit seinem Zirkus umher. Er starb während einer Aufführung in Tøyen in Oslo auf dem Zirkusplatz in seinem Wohnwagen.

Biografie


Arnardo Arne, Bjørnsen, Bjørn. Sirkusliv (Oslo, Cappelen, 1962)