Comus
(Nicolas-Philippe Ledru)
1731-1807 (F)
Nicolas-Philippe Ledru wurde in Paris geboren. Er hatte zwei Söhne, Jacques Philippe und Jacques Auguste.
Seine Karriere als Künstler unter dem Namen Comus begann um 1760. Er präsentierte physikalische, mechanische und mathematische Neuheiten. Viele seiner Effekte wurden mit Magneten erzielt. Er besass auch einen Automaten, der Bilder zeichnete und schrieb.
Er unternahm ausgiebige Reisen durch Europa und erwarb sich ein grosses Ansehen. In Paris führte er für die Öffentlichkeit verschiedene Experimente zu Schall, Licht, Elektrizität, Magnetismus, Inkompressibilität von Wasser usw. vor. Ausserdem zeigte er unter anderem einen weiblichen Roboter, der sich nach Wunsch anzog, ein kleines Gesicht mit Augen, die die Farbe der Augen des Betrachters annahmen, eine künstliche Hand, die die Gedanken eines Zuschauers notierte, eine "Sirene", die Fragen beantwortete.
Comus führte seine Tricks auch am Hof von Ludwig XVI. vor, 1777 trat er in Paris vor dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Joseph II., auf.
Neben der Vorführung von Zauberkunststücken entwickelte Comus ein neues System für nautische Karten und die Anwendung von Elektrizität zu therapeutischen Zwecken bei Erkrankungen des Nervensystems. Wegen seiner Versuche, Epileptiker mit Hilfe von Elektrizität zu heilen, wurde er von der medizinischen Fakultät in Paris, die ursprünglich die Experimente zuliess, zum Quacksalber und Scharlatan erklärt.
Während der Schreckensherrschaft während der französischen Revolution (1789-1799) wurde Comus inhaftiert, überlebte aber die Guillotine. Danch zog er sich nach Fontenay-aux-Roees zurück, wo er 1807 starb.